Leserbriefe, Suedlink ist leider kein Mückenschiss….

Suedlink ist leider kein Mückenschiss, sondern doch etwas umfangreicher…

Etliche Äußerungen aus dem letzten Leserbrief von Hr. Erich müssen noch einmal klar gerückt werden. Dort wird u. a. unterstellt, dass wir den Strombedarf „Anderer“ negieren würden. Das stimmt nicht, auch wir möchten Strom 24h am Tag haben, diesen aber aus sauberen Energiequellen beziehen, was heute schon machbar wäre – wenn die Lobbyisten nicht so viel Einfluss in Berlin hätten. Uns wird unterstellt, dass wir die Strompreise „hochjubeln“ würden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir setzen uns für einen bezahlbaren Strompreis und für grüne Energie ein. Wenn Hr. Erich seine Stromtrassen mit einem Gesamtvolumen von 95 Mrd. Euro alle gebaut werden würden, dann kennt der Strompreis in den nächsten Jahrzehnten nur eine Richtung! Mit einem Anteil des Geldes könnte eine dezentrale Energiewende ohne Megatrassen verwirklicht werden, wenn diese ernsthaft gewollt wäre.

Als Vorstandsmitglied der BI Werra-Meissner-gegen-Suedlink e. V. möchte ich die beleidigende und unzutreffende Titulierung unserer Mitglieder und Unterstützer durch das Wort „NIMBYs“ entschieden zurückweisen.

Dem Herrn Erich würde ich dringend raten, sich einmal etwas intensiver mit der Gesamtmaterie zu befassen, als den Ammenmärchen der verantwortlichen Bundespolitiker (was Suedlink und die anderen Megastromtrassen betrifft), Glauben zu schenken und dadurch noch Halbwissen zum Besten zu geben. Dann würde auffallen, dass unser Hauptziel die Verhinderung aller 5 extrem teuren und sinnfreien Megastromtrassen ist (nicht nur die, die im eigenen Garten verlaufen würde). Eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle dezentrale Energiewende kann nur mit kleineren bis mittlere Lösungen vor Ort gelingen (ein Mix aus Windkraft, Sonnen- und Wasserenergie und aus Speichermethoden, solange es nichts anderes gibt mit effizienten und Blockheizkraftwerken, etc.). Nützliche und wissenschaftlich fundierte Hintergrundinformationen zum Thema sind z. B. im Buch von Prof. Jarass „Überdimensionierter Netzausbau behindert die Energiewende“ oder im Internet bei Prof. Kemfert oder Prof. Quaschning zu erlangen.

Um nicht von Hr. Erich in eine gewisse Ecke gestellt zu werden: Wir haben eine breite Unterstützung von Mitgliedern und der Öffentlichkeit, auch von Menschen die gar nicht im Werra-Meissner-Kreis wohnen und dieses über Parteigrenzen hinweg. Leider haben wir keine Unterstützung von den unsere Region repräsentierenden Volksvertretern, die in Berlin regieren. Nicht nur dass diese Suedlink zu verantworten haben, mit dem durchgewunkenen Planungssicherstellungsgesetz wird es in Pandemiezeiten noch schwieriger für Bürger und Gebietskörperschaften an den Planungen zu partizipieren. Die bisher garantierte Beteiligung bei Großprojekten wird tws. ausgesetzt oder in den virtuellen Raum verschoben. Was uns besonders gefreut hat, dass wir auf Kreisebene eine gute und breite Unterstützung durch viele Kommunalpolitiker erfahren, wohlgemerkt auch von denen, deren Gemeindegebiete nicht im geplanten Trassenkorridor verlaufen, was jüngst (am 26.06.2020) auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Kleinvach demonstriert worden ist (die HNA berichtete).

Abschließend bleibt nur zu erwähnen, wer die konventionelle Atomenergie weiterhin als Nonplusultra bezeichnet, hat von Ökologie, Ökonomie und der Energiewende kaum Ahnung und sollte sich mit seinen Beiträgen etwas zurück halten. Ich werde mich weiter nicht mehr zu Briefen von Hr. Erich äußern, biete ihm aber einen offenen Austausch an. Ich bin über https://werra-meissner-gegen-suedlink.de/ erreichbar.

Marco Eichenberg


DIE AUSWIRKUNGEN AUF DIE NATUR SIND MASSIV

Die grossen „Links“ werden KEINEN grünen Strom nutzen….

https://werra-meissner-gegen-suedlink.de/wp-content/uploads/2019/04/Leserbriefe-HNA-20200604.pdf